Trotz aufrechtem Mietvertrag und stabiler Integration von Familien wurde die Unterkunft nach einem kleinen, selbstständig gelöschten Feuer geschlossen – Fehlalarme hätten durch Gespräche geklärt werden können.


Der Verein Freundeskreis „Flüchtlingsheim Kleinvolderberg“ zeigt sich bestürzt über die kurzfristige Schließung der Asylunterkunft. Obwohl ein gültiger Mietvertrag besteht und das kleine Feuer keinerlei strukturelle Schäden verursacht hat, wurden alle Bewohnerinnen und Bewohner – darunter zahlreiche Kinder – mitten in der Nacht auf verschiedene Heime in Tirol verteilt. In den vergangenen Monaten gab es mehrere Fehlalarme, die laut Verein durch ein klärendes Gespräch lösbar gewesen wären.


Hintergrund: Am vergangenen Dienstag kam es in der Küche der Unterkunft zu einem kleinen Brand, der innerhalb weniger Minuten von den Bewohnern gelöscht wurde und nur einen geringen Schaden verursacht hat. Dennoch entschieden die Tiroler Sozialen Dienste als Betreiber, die gesamte Unterkunft zu schließen. Bereits zuvor war es zu mehreren Fehlalarmen gekommen, die die Feuerwehr verständlicherweise verärgert haben. Der Verein betont jedoch, dass diese Vorfälle durch organisatorische Absprachen und technische Überprüfungen hätten behoben werden können – statt sie als Anlass für eine Schließung zu nutzen. Der Verein, der seit zehn Jahren Integrationsarbeit vor Ort leistet, kritisiert, dass weder Behörden noch Betreiber das Gespräch gesucht haben. Die betroffenen Familien waren in der Nachbarschaft gut eingebunden, Kinder besuchten lokale Schulen und Vereine.


Zitat: „Wir sind fassungslos, dass ein minimaler Zwischenfall als Vorwand genutzt wird, um eine funktionierende Unterkunft zu schließen“, sagt Vereinsobfrau Margit Krajnc. „Ja, es gab Fehlalarme – und wir verstehen, dass das die Feuerwehr belastet. Aber genau deshalb hätten wir uns ein gemeinsames Gespräch gewünscht, statt eine Entscheidung, die Familien auseinanderreißt und Integration zerstört. Es ist herzlos, Menschen, die vor Krieg und Verfolgung geflüchtet sind, aus ihrem sozialen Umfeld zu vertreiben“.


Folgen für die BewohnerInnen: Die abrupte Schließung bedeutet für die BewohnerInnen eine schwere Retraumatisierung: Mitten in der Nacht wurden sie – wie schon bei ihrer Flucht – ohne Vorwarnung aus ihrem sicheren Umfeld gerissen. Dieser erneute Kontrollverlust vertieft das Trauma und zerstört mühsam aufgebaute Sicherheit. Kinder verlieren kurz vor Schuljahresende ihre Freundschaften, Familien werden auseinandergerissen und auf verschiedene Einrichtungen verteilt. Besonders schmerzhaft ist, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wurde. Diese Machtlosigkeit untergräbt jedes Vertrauen in Institutionen. Die sofortige Rücknahme dieser Entscheidung wäre nicht nur ein Akt der Menschlichkeit, sondern ein dringend notwendiges Signal, um den Betroffenen ein Stück ihrer Würde zurückzugeben und zu zeigen, dass ihre Integration tatsächlich zählt.


Forderung: Der Verein fordert die sofortige Rücknahme der Schließungsentscheidung, eine transparente Klärung der Hintergründe sowie ein gemeinsames Gespräch mit Betreiber, Feuerwehr und Gemeinde, um Fehlalarme künftig zu vermeiden und die Unterkunft wieder zu öffnen.


Der Freundeskreis „Flüchtlingsheim Kleinvolderberg“ ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 10 Jahren Integrationsarbeit leistet. Schwerpunkte sind Sprachförderung, Familienbegleitung und Nachbarschaftsprojekte.


Kontakt:
Freundeskreis „Flüchtlingsheim Kleinvolderberg“ https://www.freundeskreis-fluechtlinge-volders.at,
Obfrau Margit Krajnc, B.A., Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., Tel. 0664-618 27 92

 

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